Warum zum Notar?

Es ist allgemein bekannt, dass jedermann sein Testament selbst und privatschriftlich verfassen kann – der berühmte Bierdeckel reicht nach dem Gesetz theoretisch aus, so lange deutlich wird, dass es sich um eine letztwillige Verfügung handelt, die handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben ist.

Warum also einen Notar damit befassen?

Das Erbrecht hält in den §§ 1922 – 2385 BGB eine Fülle von Regelungen bereit, deren Kenntnis von einem juristischen Laien nicht im Ansatz erwartet werden kann. Formulieren Laien ein Testament, besteht die ständige Gefahr, dass sie Vokabeln nutzen, welche nach Gesetz und Rechtsprechung etwas ganz anderes bewirken, als sie selbst bezweckt haben. Sieht ein Testament etwa vor „Meinem Sohn vermache ich unser Wohnhaus“, und ist unklar, ob es sich bei der Immobilie um den Großteil des Vermögens handelt, so ist juristisch fraglich, ob der Sohn zum (Allein?)Erben eingesetzt werden und die Tochter etwa nur den Pflichtteil erhalten soll, oder es sich womöglich tatsächlich um ein Vermächtnis im Rechtssinne handelt, oder sogar lediglich um eine Teilungsanordnung.

Ähnlich viel, wenn nicht noch mehr Chaos lässt sich mit der Wahl der Vokabeln „Vor-/Nacherbe“ anrichten, bei der oftmals eine Voll- und sodann Schlusserbschaft gemeint ist – was aber rechtlich zwei Paar völlig verschiedene Schuhe sind.

Neben das Erfordernis einer rechtssicheren Formulierung tritt Beratungsbedarf: Genauestens zu prüfen sind etwa die immer häufiger anzutreffenden „Patchwork“-Konstellationen Getrennter, Geschiedener oder Wiederverheirateter, zumal mit Kindern aus früheren oder mehreren Ehen. Wie wird im Fall der Fälle dafür Sorge getragen, dass der im Streit verbliebene Ex-Ehegatte die Erbschaft der noch minderjährigen Kinder nicht durchbringt? Wie ist zu regeln, dass die neue Ehefrau nicht den Erbanspruch der beiden eigenen Kinder aus erster Ehe halbiert?

Getreu dem alten Witz „Die meisten Unfälle passieren am Schreibtisch!“ drohen auch wohlgemeinte letztwillige Verfügungen post mortem in langjährige und teure Rechtsstreitigkeiten zu münden, die zerstrittene Nachkommen hinterlassen. Nicht unterschlagen werden sollte zudem, dass nur die Berücksichtigung und geschickte Ausnutzung von Erbschaftssteuerfreibeträgen gegenüber Ehegatten, Kindern und auch Enkelkindern den Erben hohe Steuerforderungen ersparen und das Familienvermögen für die nächste Generation erhalten können.

Vermeidung eines Erbscheinsverfahrens

Ein weiterer guter Grund ist die Vermeidung eines Erbscheinsverfahrens. Dieses ist bei privatschriftlichen Testamenten zwingend erforderlich, damit die Erben sich als solche ausweisen und handeln können. Das Verfahren zur Erteilung eines Erbscheins dauert nicht nur seine Zeit, es ist auch kostenintensiver, als ein notarielles Testament, welches ein Erbscheinsverfahren überflüssig macht.

Notare sind ausgebildet und examiniert im Erbrecht und ermitteln – meist in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater – die angezeigte und maßgeschneiderte „Übersetzung“ Ihrer Wünsche in eine rechtssichere Urkunde.

Bei Rückfragen hierzu wenden Sie sich an:

Dr. jur. Sebastian Roling, LL.M. (Public Law)

Rechtsanwalt und Notar
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Fachanwalt für Vergaberecht

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